Japan-Knigge für Manager


Autor: Diana Rowland
Rezensierte Aufl.: 1999, 3. Aufl.
Seiten: 174
Verlag: Campus
Preis: 24,90 €
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Wertung:

Kritik

Japanknigge für Manager von Diana Rowland


Diana Rowland bietet in den USA Trainings und Beratung zum Thema „Interkulturelles Management mit Japan“ an. Sie hat über 20 Jahre Erfahrung mit Japanern. Sie hat sechs Jahre in Japan gelebt. Ihr Buch ist für jeden, der mit Japan geschäftlich zu tun hat ein absoluter Glücksgriff und ein Muss.

Diana Rowland schreibt gleich zu Beginn ihres Buchs, das japanische Geschäftsmänner nicht anders gekleidet sind als europäische. In Verhandlungen sitzen sie uns im elleganten Anzug gegenüber, scherzen und rauchen dabei amerikanische Zigaretten. Schon denkt der deutsche Geschäftsmann, das mit den kulturellen Unterschieden sei ja wohl doch nicht so schlimm und so nimmt das Unglück seinen Lauf. Vielleicht wäre es besser, so die Autorin, japanische Geschäftsleute würden uns in traditioneller japanischer Kleidung gegenüber treten. Dann wären wir uns der teils starken kulturellen Unterschiede eher bewusst. Sicherlich wären wir vorsichtiger und würden weniger Fehler begehen.

Schon an der Gliederung zeigt sich der Businessbezug:
Kapitel 1: Präliminarien
Kapitel 2: Kommunikation
Kapitel 3: Verhandlung
Kapitel 4: Die soziale Seite des Geschäfts
Kapitel 5: Japanische Unternehmenskultur

Rowland schafft es mit ihrem Buch ein tief greifendes Verständnis für die japanische Kultur zu vermitteln. Sie befasst sich dabei ausschließlich mit businessrelevante Themen. Selbst wer glaubt, schon viel über Japaner zu wissen, erblasst wahrscheinlich, wenn er dieses Buch liest. Oder können Sie folgende Fragen beantworten?

Japanische Unternehmen geben pro Jahr über 500 Millionen Euro für Benimmkurse ihrer Mitarbeiter aus. Was lernen diese dort?
Warum können Japaner kaum miteinander umgehen, bevor sie nicht klar und deutlich den jeweiligen Rang geklärt haben?
Der durchschnittliche japanischer Geschäftmann bückt sich ca. 200 bis 300 mal am Tag. Wann müssen Sie dieses erwidern? Mit welchem Winkel?
Ist derjenige der den Austausch der Visitenkarte einleitet der Ranghöchste oder –niedrigste?
Wer sitzt wo im Auto? Im Restaurant? In Sitzungsräumen?
Warum verplanen Japaner Ihnen jede Ihrer freien Minuten mit Aktivitäten?
Warum benutzen Japaner keine Parfums?
Woher gewinnen Sie den unverzichtbaren japanischen Fürsprecher für sich?
Warum sind unglaubliche 75 % der japanischen Fernsehsendungen wissensorientiert (Nachrichten, Bildungs-, Kulturmagazin, etc.)?
Wann ist eine von Ihnen ausgesprochene Einladung ein Kompliment und wann ist sie eine Beleidigung?
Wie verhalten Sie sich bei einer Teezeremonie und anderen offiziellen Feierlichkeiten?
Woran wird ein japanischer Topmanager im Gegensatz zu seinen europäischen und amerikanischen Kollegen gemessen?

All diese und viele andere Fragen beantwortet das Buch. Es hat mir so gut gefallen, dass ich es zweimal gelesen habe. Der Japan-Knigge ist auch dann sehr empfehlenswert, wenn Sie mit Japanern nur in Deutschland oder gar nichts zu tun haben.

Fazit:
Das Buch ist ein Glücksfall. Lesen Sie jede einzelne Seite davon. Auch für Leser geeignet, die nichts mit Japanern zu tun, aber etwas über „die Japaner“ erfahren wollen. Ein hochinformativer Lesespaß.


© 2004 Alexander Groth (www.alexander-groth.de)

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